Telemedizin für Tiere: Gründungsteam entwickelt digitale Plattform

Eine Notfall-Leitzentrale für Tiere könnte demnächst die Arbeit von Veterinären erleichtern. Ein vom Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) der Universität Oldenburg gefördertes Team arbeitet mit Unterstützung des Bundesverbands praktizierender Tierärzte daran, eine Plattform zur telemedizinischen Ersteinschätzung bei Notfällen zu entwickeln.

Der Informatiker Jakob Wendt, der Veterinärmediziner Johannes Schmidt-Mosig und der Physiker Norman Caspari haben für ihr Projekt Vetvise ein EXIST-Gründerstipendium erhalten. Die einjährige Förderung über 135.000 Euro setzt sich aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Europäischen Sozialfonds zusammen.

Das interdisziplinäre Team will unter anderem eine App entwickeln, die Tierbesitzer aufrufen können, wenn ihr Tier krank oder verletzt ist. Die App stellt einige fallspezifische Fragen, gegebenenfalls können außerdem einige Fotos hochgeladen werden. Ein Veterinär soll dann schnell und qualifiziert aus der Ferne eine erste Einschätzung zur Krankheit oder Verletzung des Tieres geben – und entscheiden, ob es nötig ist, einen Notdienst aufzusuchen.

Die drei Gründer arbeiten außerdem an einem System, das Kameradaten mit Verfahren des maschinellen Lernens auswerten soll, um das Wohl eines Tieres zu ermitteln. Das System kann sowohl bei Nutztieren als auch bei Haustieren zum Einsatz kommen. Ziel des Teams ist es, Tiermediziner und Tierbesitzer durch digitale Werkzeuge zu unterstützen und das Tierwohl durch eine bessere Erkennung von Krankheiten zu verbessern.

Wendt, Schmidt-Mosig und Caspari kooperieren dafür mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Wissenschaftlicher Mentor im Bereich Informatik ist Prof. Jorge Marx Gómez, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Oldenburg und Leiter der Abteilung Very Large Business Applications.

Weitere Informationen: www.vetvise.de.

 

 

Norddeutsche Länder und Bund gründen „Deutsche Allianz für Meeresforschung“

Mehr Wissen über die Meere: Das ist das Ziel der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM), die die norddeutschen Länder gemeinsam mit dem Bund gründen wollen. Die länder- und einrichtungsübergreifende Initiative soll die deutschen Meeresforschungsaktivitäten koordinieren, vernetzen und strategisch weiterentwickeln.

Unter dem Begriff der Meeresforschung werden dabei die Disziplinen der Küsten-, Meeres-, Klima- und Polarforschung verstanden. Eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung, die die gemeinsame Förderung und damit die Gründung der DAM ermöglicht, wurde gestern vom Bund sowie den fünf norddeutschen Ländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen unterzeichnet.

„Wenn wir über den Klimawandel sprechen, müssen wir über die Meere und Ozeane und unseren Umgang mit ihnen reden“, betonte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Die Nutzung der Meere nimmt immer mehr zu, gleichzeitig ist unser Wissen über sie nach wie vor sehr begrenzt. Um maßgebliche Fortschritte bei der Erforschung des Klimawandels, der Rückkopplungsmechanismen sowie der Interaktion von Mensch und Meer zu erzielen, müssen wir unsere Forschungsaktivitäten bündeln und verstärken.“

Die DAM soll als Verbund die außeruniversitären und universitären Akteure im Bereich Meeresforschung umfassen. Umgesetzt werden sollen strategische, langfristig angelegte Forschungsvorhaben mit komplexen Fragestellungen unter Beteiligung mehrerer Einrichtungen und Disziplinen.

„Projekte dieser Größenordnungen sind über die herkömmlichen Förderprogramme bislang nicht realisierbar“, erklärt das niedersächsische Wissenschaftsministerium. „Ziel ist es, eine weitere Steigerung der Sichtbarkeit und Wirksamkeit der deutschen Meeresforschung auf nationaler und internationaler Ebene zur erreichen.“

Der Aufbau der DAM ist stufenweise innerhalb einer vierjährigen Konzept- und Projektphase vorgesehen, an die sich eine strategische Evaluation anschließt. Die Förderung erfolgt zunächst auf Projektbasis – 80 Prozent der Mittel kommen vom Bund, 20 Prozent erbringen die Länder zu gleichen Teilen. Der niedersächsische Anteil für die Jahre 2019 bis 2022 in Höhe von rund 2,25 Millionen Euro wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur für das Niedersächsische Vorab der VolkswagenStiftung vorgeschlagen.

 

 

Bremen: Verdienste bleiben hoch, wachsen aber weniger dynamisch

In Bremen liegen die durchschnittlichen Verdienste weiterhin auf hohem Niveau: So lagen die Bruttostundenlöhne 2018 im Land Bremen bei 22,59 Euro und damit über dem Bundesdurchschnitt von 21,92 Euro. Allerdings: Die Löhne steigen in Bremen weniger dynamisch als anderswo. Das geht aus dem aktuellen KammerKompakt zur langfristigen Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen hervor.

Während die Bruttostundenlöhne bundesweit zwischen 2008 und 2018 um 9,1 Prozent zulegten, stiegen sie in Bremen nur um 5,8 Prozent. Die Lohnzuwächse sinken parallel zum Rückgang der Tarifbindung im Land Bremen. „Wenn die Tarifbindung innerhalb von zehn Jahren spürbar und mehr als anderswo zurückgeht und im gleichen Zeitraum die Lohnzuwächse sinken, dann ist das ein Warnsignal“, betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen. „Wir begrüßen deshalb das Ziel in dem Entwurf des Koalitionsvertrages, die Tarifbindung im Land Bremen zu stärken.“

In Bremen sind inzwischen nur noch 20 Prozent der Betriebe tarifgebunden, in ihnen arbeiten 55 Prozent der Beschäftigten. Zehn Jahre vorher waren es noch 67 Prozent aller Beschäftigten im Land Bremen, die unter einen Branchen- oder Haustarif fielen.

Insbesondere Branchen wie den Einzelhandel oder die Logistik Sind betroffen. Weniger als die Hälfte der Beschäftigten werden hier noch tariflich entlohnt. Im Einzelhandel verdient eine Verkäuferin in einem nicht tarifgebundenen Betrieb bis zu einem Drittel oder 600 Euro brutto weniger, im Durchschnitt sind es 17 Prozent.

„Wenn sich so viele Betriebe aus der Tarifbindung verabschieden, brauchen wir bessere gesetzliche Möglichkeiten der Allgemeinverbindlichkeitserklärung“, betont Schierenbeck. So hat jüngst ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe dafür gesorgt, dass die Löhne gestiegen und sich der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen verringert hat. „Die Tarifbindung verringert auch den Gender Pay Gap, weil sie verbindlich die Eingruppierung regelt“, so Schierenbeck.

Neben der Bremer Tarifstruktur spielt laut Arbeitnehmerkammer auch die Wirtschaftsstruktur eine zentrale Rolle, wenn es um die Entwicklung der Verdienste geht: Der hochqualifizierte und gut bezahlte Dienstleistungssektor ist in Bremen geringer ausgeprägt als in anderen Regionen. Gleichzeitig baut die Industrie mit ihren traditionell gut bezahlten und tarifgebundenen Jobs zunehmend Arbeitsplätze ab. „Es ist deshalb der richtige Weg, wenn sich die künftige Landesregierung mit einem Masterplan gezielt auch den wachstumsstarken wissensintensiven Dienstleistungen widmen will, mit denen auch höhere Löhne erzielt werden“, so Schierenbeck.

 

 

Offshore-Windenergiewirtschaft sieht dringenden Bedarf für Erhöhung der Ausbauziele

Im Auftrag der deutschen Windbranchenverbände hat die Deutsche WindGuard die Ausbauzahlen für Windenergie auf See im ersten Halbjahr 2019 für Deutschland veröffentlicht. Mit einem Zubau von 252 Megawatt (MW) und 42 Anlagen liegt die Branche demnach weiterhin im bisher überschaubaren Plan.

Insgesamt sind aktuell 1.351 Offshore-Windenergieanlagen mit 6.658 MW am Netz. Im ersten Halbjahr 2019 betrug der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung 47,6 Prozent, im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres verzeichnet Offshore-Wind eine Steigerung von rund 30 Prozent.

Die Branchenvertreter von BWE, BWO, Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems und WAB betonten in einer gemeinsamen Mitteilung, Strom aus Offshore-Windenergie sei „kostengünstig, sehr zuverlässig und wettbewerbsfähig“.

„Die in den zurückliegenden Jahren positive Entwicklung der Wertschöpfungskette wird allerdings durch einen nun eintretenden Fadenriss erheblich gestört“, betonen sie. „Der 7,7 GW-Deckel bis zum Jahr 2020 ist fast erreicht. Für die Jahre danach fehlen die Rahmenbedingungen, um Projekte umsetzen zu können. Um die Technologieführerschaft des Windindustrie-Standorts Deutschland beizubehalten, die Wertschöpfung nicht weiter zu gefährden und die Erreichung der Klimaschutzziele bis 2030 sicherzustellen, benötigt die Branche jetzt verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen. Das beinhaltet die Anhebung der Ausbauziele und die Durchführung einer Sonderausschreibung noch in diesem Jahr, die u.a. die noch freien Konverterkapazitäten enthält.“

 

 

Mehr ökologisch erzeugter Fisch aus Aquakulturen

Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, bewirtschafteten drei Betriebe in Niedersachsen ihre Aquakulturanlagen im Jahr 2018 gemäß Zertifizierung nach EU-Ökoverordnung. Sie erzeugten insgesamt fast 94 Tonnen Speisefisch und Kaviar, knapp 62 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Jahr 2018 produzierten insgesamt 116 niedersächsische Aquakulturbetriebe 4.758 Tonnen Fisch, Krebs- und Weichtiere. Allein die vier Betriebe, die Kulturmuscheln in der Nordsee erzeugten, ernteten im Jahr 2018 insgesamt 2.034 Tonnen. In den anderen 112 niedersächsischen Betrieben wurden insgesamt 2.665 Tonnen Speisefisch in Aquakultur produziert.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) des gesamten niedersächsischen Speisefisches aus Aquakultur wurde in der Statistischen Region Weser-Ems produziert, 35 Prozent stammten aus der Region Lüneburg und die restlichen 11 Prozent aus den Regionen Braunschweig und Hannover.

 

 

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