BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luftfahrtkomponenten

Beim 3D-Druck großvolumiger Bauteile bietet das vom Berliner Anlagenhersteller Gefertec entwickelte 3DMP®-Verfahren besonders hohe Auftragsraten und hat damit ein hohes Potential zur Etablierung als Schlüsseltechnologie. Um den Prozess für eine industrielle Anwendung zu qualifizieren, finden am BIAS Bremer Institut für angewandte Strahltechnik im Rahmen des Verbundprojekts REGIS Forschungsarbeiten an einer lichtbogenbasierten 3D Druck-Maschine statt. Diese wurde Ende Juni 2018 in Betrieb genommen und ist mit einem Bauraumvolumen von 0,46 m³ der größte Metall-3D-Drucker im Raum Bremen. Hier werden u.a. für Airbus Luftfahrtkomponenten gefertigt.

In der Luft- und Raumfahrtindustrie besteht der Wunsch nach einem technisch ausgereiften, additiven Fertigungsverfahren zur Herstellung großer metallische Strukturbauteile mit geringer Wandstärke. REGIS ist ein Verbundprojekt, das unterschiedliche Partner aus der Luft- und Raumfahrtindustrie, Anlagenhersteller und weitere Forschungseinrichtungen vereint. Ziel des Verbundprojekts ist, homogene Materialeigenschaften beim Fertigen von Titan und Aluminium mit dem 3DMP®-Verfahren sicherzustellen. Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Aufhebung der geometrischen Beschränkung beim Fertigen von 3D-gedruckten Bauteilen geliefert.

Der 3DMP®-Verfahren ist ein lichtbogenbasiertes additives Fertigungsverfahren. Mittels CAD-Software werden Bauteile entworfen und anschließend in einzelne digitale Druckschichten, sogenannte CAM-Modelle, zerlegt. Anhand der CAM-Modelle wird schichtweise ein endkonturnahes Halbzeug unter Anwendung eines Metall Schutzgas Schweißprozesses aufgebaut. Nach dem Drucken des endkonturnahen Halbteils folgt dessen Vermessung mittels 3D-Scan. Anhand der Oberflächenmessdaten erfolgt das Fräsen auf die Maße des Fertigteils.

Um konstant homogene Materialeigenschaften garantieren zu können, liegt der Fokus der Arbeiten am BIAS auf der Untersuchung des Einflusses der Wärme- und Schutzgasführung auf die mechanischen Eigenschaften von Titan- und Aluminiumbauteilen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, eine Online-Prozessüberwachung der Temperatur des Druckgutes zu entwickeln. Dazu soll die eigens am BIAS entwickelte emissionswertkompensierte, flächenaufgelöste Temperaturfeldmessung in das Anlagenkonzept integrieren werden. 

Weitere Informationen sind unter www.bias.de erhältlich.

 

 

„Offshore Wind Energie Index 2017“ für die Deutsche Bucht veröffentlicht

Das Fraunhofer IWES erweitert seinen Index für die Deutsche Bucht um das Jahr 2017. Er gibt Aufschluss darüber, wie hoch der im Jahresverlauf maximal erreichbare natürliche Ertrag des Windes war. Diese Auswertung unterstützt Betreiber dabei, Leistungsverluste zu quantifizieren, Ursache zu ermitteln und diese abzustellen. Die Gesamtbilanz des vergangenen Jahres betrug zwischen -2,0 bis +0,9 Prozent gegenüber den Vergleichsjahren 2007-2016.

Besonders stechen im Jahr 2017 die Monate Januar sowie Juli bis September mit einem stark unterdurchschnittlichen Ertrag heraus: sie blieben bis zu 20 Prozent hinter dem 10-Jahres-Vergleichszeitraum zurück. Die sehr windreichen Monate Februar, Mai und insbesondere Oktober konnten die negative Bilanz der windschwachen Monate jedoch ausgleichen. Im Mittel war das Offshore-Windjahr 2017 demnach durchschnittlich.

Die auftretende regionale Differenz ist auf die unterschiedliche Verlagerung der Offshore-Windfelder sowie den Küsteneinfluss zurückzuführen: Windparkcluster mit größerer Entfernung zur Küste wiesen positive, die küstennäheren Cluster leicht negative Windindizes auf. Dies belegte auch der Abgleich der Simulationsergebnisse von FROENIX mit den Leistungsdaten von mehreren Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht.

Der „Offshore Wind Energie Index“ (FROENIX) beruht auf mesoskaligen Simulationen von mehr als einem Jahrzehnt mit einer zeitlichen Auflösung von 30 Minuten. Die horizontale Auflösung der Simulationen beträgt 2,1 km. Der Index wird jährlich im Frühjahr/Sommer aktualisiert und ist online einsehbar. Detaillierte Daten wie Zeitreihen, Windfelder und Statistiken stellt das Fraunhofer IWES auf Anfrage gern zur Verfügung. Basierend auf den Ergebnissen dieser Windfeldanalysen bietet das Institut Interessierten vielfältige Möglichkeiten, Windparkerträge und -effizienzen zu evaluieren. Dazu gehören beispielsweise Ertragsstudien und Leistungskurvenbewertungen, Offshore-Windmessungen und numerische Simulationen der Interaktion von einzelnen Windenergieanlagen, gesamten Windparks und Windparkclustern.

Weitere Informationen sind hier und unter www.iwes.fraunhofer.de erhältlich. 

 

 

Digitalisierung verändert Ausbildungsberufe: Neue Möglichkeiten zum 1. August

Die digitale Transformation verändert nahezu alle beruflichen Bereiche und erfordert daher auch, dass sich die duale Ausbildung aktuellen Entwicklungen anpasst. Entsprechend werden zum 1. August 2018 Ausbildungsberufe novelliert, und in einem völlig neuen Beruf beginnt dann die Ausbildung.

„Die Modernisierung der dualen Ausbildung ist in vielen Bereichen notwendig, um die zunehmende Digitalisierung betrieblicher Abläufe in die Ausbildung praxisorientiert zu integrieren“, sagt Prof. Dr. Günter Hirth, Leiter Berufsbildung der IHK Hannover. 

So startet das neue Ausbildungsjahr der IHK Hannover mit Novellierungen in den industriellen Metall- und Elektroberufen sowie beim Mechatroniker. Digital fit werden die Auszubildenden in diesen IHK-Berufen durch zusätzliche Themen wie Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit. Die angehenden Fachkräfte lernen künftig beispielsweise, wie sie digitale Lernmedien nutzen oder wie sie IT-Systeme zur Auftragsplanung, Auftragsabwicklung und Terminverfolgung anwenden.

Außerdem können Auszubildende in den Metall- und Elektroberufen sowie angehende Mechatronikerinnen und Mechatroniker ab August neue Zusatzqualifikationen erwerben, wenn diese Möglichkeit vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb angeboten wird.

Bei den vier Ausbildungsberufen Fachinformatiker/-in, IT-System-Elektroniker/-in, IT-System-Kaufmann/-frau und Informatikkaufmann/-frau wird zum 1. August vor allem der Bereich IT-Sicherheit deutlich verstärkt. Hier geht es beispielsweise darum, Angriffsszenarien zu erkennen und zu bewältigen. Ebenfalls zum 1. August wird der Ausbildungsberuf Chemikant/-in um eine neue Wahlqualifikation Digitalisierung und vernetzte Produktion erweitert. Sie erlaubt es, zukünftig mehr Zeit für die Vermittlung digitaler Kompetenzen aufzuwenden.

Im Bereich der kaufmännischen Ausbildung tritt zum 1. August der neue Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im E-Commerce in Kraft, der auf digitale Geschäftsmodelle ausgerichtet ist. Durch das rasante Wachstum des Online-Handels benötigen Unternehmen in Zukunft vermehrt gut ausgebildete Fachkräfte, die sich mit den speziellen Anforderungen in diesem Bereich auskennen.

 

 

Start der ersten „ML-Tour" mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast ist am 18. Juli 2018 zur ersten „ML-Tour" quer durch Niedersachsen gestartet. Zum Auftakt wird der 120 Hektar große Biohof von Ralph Wildung in Bomlitz-Wenzingen besucht (Heidekreis). Wildung gehört zu den 300 Bio-Bauern, die in Niedersachsen Legehennen halten. Außer den zwei Herden mit rund 6.000 Hennen betreibt er das Projekt „Ei²". Mit dem Kauf der Eier aus dem Projekt „Ei²" soll das Leben der männlichen Küken unterstützt werden. Niedersachsen ist mit einem Anteil von 40 Prozent der bundesweiten Bio-Legehennenplätze Spitze in Deutschland.

Wie wertvoll Wirtschaftsdünger ist, erklärt anschließend Axel Romundt vom Maschinenring Niedersachsen Mitte (Visselhövede). Er führt eine mobile Nährstoffmessstation vor, mit der direkt am Feldrand analysiert wird, was auf dem Acker als Dünger landet.

Dann geht es weiter zu den Fischteichen der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) in Ahlhorn. Die besondere ökologische Bedeutung der Teichwirtschaft und der Kompensationspool „Ruthenwiesen" stehen hier im Mittelpunkt. Außerdem soll das Konzept der neuen Erlebnisausstellung erläutert werden. Das Kooperationsprojekt wird im „Alten Hälterhaus" realisiert und erhielt im Juni den Zuwendungsbescheid über rund 96.000 Euro aus LEADER-Mitteln bei Gesamtkosten von etwa 160.000 Euro.

Der Titel „ML-Tour" steht für das Ministeriums-Kürzel und für „Mein Land". „Wir wollen die Vielfalt der Aufgaben, die vom ML wahrgenommen werden, mit Vor-Ort-Besuchen und Beispielen aus der Praxis verknüpfen", erklärte die Ministerin zum Auftakt. Bei der Premiere geht es unter anderem um Nachhaltigkeit in der Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung sowie Bauernhofferien. Die etwa 750 Kilometer lange Route führt bis Freitag von der Heide auf die Insel Langeoog und ins Emsland. Weiter geht es dann über die Diepholzer Moorniederung zurück nach Hannover.

 

 

Start-up-Förderung des BMWi zahlt sich aus

Mit EXIST und dem German Accelerator unterstützt das BMWi innovative Start-ups. Jetzt wurde erstmals ein Unternehmen mit 1 Milliarde Dollar bewertet und steigt damit in die Start-up-Königsklasse der „unicorns“ auf.

Mit dem EXIST-Programm fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Gründung von High-Tech Start-ups aus der Wissenschaft. Nach der Gründung stehen mit dem German Accelerator weitere Unterstützungsmöglichkeiten für die Internationalisierung und Marktexpansion zur Verfügung. Wie erfolgreich diese Aktivitäten sind, zeigt sich am Beispiel der Celonis SE.

Celonis wurde 2011 als Ausgründung der Technischen Universität München in der Vorgründungsphase mit einem EXIST-Gründerstipendium von über 83.000 Euro vom BMWi gefördert. Heute ist aus dem ursprünglichen Drei-Personen-Team ein führender Anbieter im Bereich Process Mining mit über 400 Mitarbeitern und einem weltweiten Kundenstamm geworden. Im Rahmen einer Finanzierungsrunde wurde das Start-up kürzlich in den USA von Finanzexperten mit einer Milliarde Dollar bewertet. Damit ist das IT-Unternehmen das erste sogenannte Einhorn-Start-up, das direkt aus den Förderaktivitäten des BMWi entstanden ist.

Mit dem EXIST Gründerstipendium gegründet und durch den German Accelerator im Silicon Valley mit Kunden, Partnern und Wagniskapitalgebern vernetzt, hat sich Celonis als feste Größe in seiner Branche etabliert.

Aus dem Raum Oldenburg wurde unter anderem ein Biologen-Team vom Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung mit dem EXIST-Gründerstipendium gefördert. Die drei Biologen haben eine akkurate Identifikation von vielzelligen Arten entwickelt. Auch das Team „SeedForward“ der Universität Oldenburg hat 2017 ein EXIST-Gründerstipendium erhalten – sie wollen Pflanzen nachhaltig und ohne Chemie vor Schädlingen und Krankheiten schützen. Betreut wurden beide Teams vom Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) der Universität Oldenburg.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen sind unter www.exist.de und www.germanaccelerator.com erhältlich.

 

 

Unsere Datenschutzerklärung entsprechend der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) finden Sie hier:  https://www.i2b.de/datenschutz/

 

 

 

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