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Montag, 20.03.2017

Japan fördert Energiespeicherprojekt in Varel mit 24 Millionen Euro

Im niedersächsischen Varel (Kreis Friesland) wird eine der größten Batterien Norddeutschlands gebaut. Das japanische Projekt zur Errichtung eines hybriden Energiespeichers hat fast die Größe eines Fußballfeldes. Am Sonntag hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies am Rande der Computermesse CeBIT mit Vertretern der japanischen Wirtschaftsförderorganisation NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization) und des Oldenburger Energieunternehmens EWE ein entsprechendes Memorandum of Understanding (Absichtserklärung, MOU) unterzeichnet. Derartige Großbatteriesysteme dienen dazu, in Zeiten der Erneuerbaren Energien mit schwankender Einspeisung die Stabilität der Stromversorgung abzusichern.

"Niedersachsen ist das Windenergieland Nr. 1 in Deutschland", betonte Lies bei der Unterzeichnung. "Wir erzeugen große Mengen Windstrom, Onshore wie Offshore, bei Tag und bei Nacht. Deshalb spielt der Nordwesten schon heute eine entscheidende Rolle bei der Energiewende. Genau das haben unsere japanischen Partner erkannt, die Lösungen für eine der zentralen Herausforderungen suchen: die effiziente Zwischenspeicherung von Energie. Sie haben für ihr wichtiges Referenzprojekt weltweit nirgendwo so optimale Voraussetzungen gefunden wie gerade bei uns in Niedersachsen."

Die japanische NEDO wird das Projekt mit 24 Millionen Euro fördern. "Was in unserem Land zum Gelingen der Energiewende beiträgt, kann als Blaupause für einen weltweiten Einsatz gelten und bietet damit erhebliche Chancen für die niedersächsische Wirtschaft sowie den hiesigen Arbeitsmarkt", so Lies. "Niedersachsen steht im Zentrum der Entwicklung und hat dadurch die Chance, vielfältige wirtschaftliche Unternehmungen in unser Land zu holen."

EWE-Vorstand Wolfgang Mücher erklärte: "Dieses Speicherprojekt ist für uns der Einstieg in ein strategisches Geschäftsfeld und eine hervorragende Ausgangsbasis, um die Energiewende hier in der Region weiter voranzubringen. Durch die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, ihre sehr schnelle Reaktionszeit und die Skalierbarkeit können Batteriespeicher die nötige Flexibilität für das regenerative Energiesystem liefern. Unser Ziel ist es, den Speicher in die Energiehandelsaktivitäten von EWE, in den Markt für Systemdienstleistungen sowie in die Direktvermarktung unseres Windportfolios einzubringen."

Die Besonderheit des Energiespeicherprojekts besteht darin, dass es sich um einen hybriden Batteriespeicher handelt, der die Vorteile einer Lithium-Ionen-Batterie und eines Natrium-Schwefel-Speichers miteinander vereint. Der hybride Batteriespeicher kann deshalb verschiedene Aufgaben, sogenannte Systemdienstleistungen, im Energiesystem übernehmen. Im Prinzip geht es darum, die Stabilität im Netz in Zeiten schwankender Einspeisemengen sicherzustellen.

Der Batteriespeicher besteht aus einer Kombination von Lithium-Ionen-Zellen mit einer Leistung von 7,5 MW und einer Kapazität von 2,5 MWh sowie Natrium-Schwefel-Zellen mit einer Leistung von 4 MW und einer Kapazität von 20 MWh. Dies entspricht im Ganzen der Leistung von etwa sechs durchschnittlichen Windenergieanlagen.

Der Platzbedarf beträgt rund 4.000 Quadratmeter und hat damit annähernd die Größe eines kleinen Fußballfeldes. Die Batteriezellen werden in Containern in Japan installiert, angeliefert und in Varel aufgestellt und angeschlossen. Der Speicher soll Ende 2018 betriebsbereit sein. Der Standort des Speichers liegt neben dem Umspannwerk in Varel. Die Betreiber sind Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators gemeinsam mit dem Oldenburger Energieversorger EWE.


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