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Bremer Spediteure werben für größere Akzeptanz des Verkehrs
Die bremischen Häfen haben im Jahr 2011 das beste Umschlagsergebnis aller Zeiten erzielt: 5,9 Millionen TEU (Standardcontainereinheiten) schlugen die Containerterminals in Bremerhaven um. Ohne die Bremer Spediteure wären diese Leistungen nicht zu erbringen gewesen – darauf verweist deren Branchenverband in einem Plädoyer für mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse des Verkehrsgewerbes.
Kritik üben die Spediteure am Preisgebaren der Containerlinienreedereien. Der drastische Verfall der Seefrachtraten im vergangenen Jahr und die ebenso kräftigen Ratenanhebungen zu Beginn dieses Jahres erschwerten es den Spediteuren, verlässliche Angebote gegenüber ihren Kunden abzugeben, teilt der Verein Bremer Spediteure mit. Den Kunden sei auch nur schwer zu vermitteln, dass die Reedereien immer neue Zuschläge einführen, deren Bedeutung nicht immer nachvollziehbar sei.
Das stark verteuerte Diesel verhagele unterdessen die Ergebnisse der Spediteure, die im landgebundenen Verkehr keine Gleitklauseln mit ihren Kunden vereinbart haben. "Immerhin legte der Preis für den Diesel im letzten Jahr um rund 10 Prozent zu und steigt weiter", erklärt der Verband.
Besonderen Wert legen die Bremer Speditionsunternehmen auf gut ausgebildetes Personal. Der Vorsitzende des Vereins, Simon Reimer, betont: "Wir brauchen qualifizierte, gelernte Kaufleute für Spedition und Logistik; anders können wir den guten Service gegenüber unseren Kunden nicht aufrechterhalten."
Mehr als 250 neue Ausbildungsplätze besetzten die Bremer Spediteure im vergangenen Herbst. Dies ist eine Steigerung um über 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
"Großes Unbehagen" bereitet den Spediteuren in Bremen die Verkehrspolitik des Senats. Der Verein Bremer Spediteure fordert eine verlässliche Perspektive zur Fertigstellung der A 281.
Die Weigerung Bremens, an dem Feldversuch für Lang-Lkw teilzunehmen oder zumindest den Transitverkehr über die eigenen Autobahnstrecken zu dulden, werde dem Anspruch eines herausragenden Hafen- und Logistikstandortes nicht gerecht.
Der in Planung befindliche Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2020/2025 müsse den Wirtschaftsbereich angemessen berücksichtigen. "Ein Verkehrskonzept für Bremen, das auf Fahrräder setzt und den Wirtschaftsverkehr ausbremst, ist standortschädlich", kritisiert der Verein Bremer Spediteure.
Zugleich tritt der Verein dafür ein, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um verkehrsbedingte Beeinträchtigungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die breite Akzeptanz des Verkehrs sei für eine Wirtschaftsnation Voraussetzung, um dauerhaft erfolgreich sein zu können. "Wir alle sind Wirtschaft!" sagt Reimer. Das Wirtschaftsleben sei die Quelle für Arbeitsplätze, Wohlstand, Steuereinnahmen und soziale Gerechtigkeit.
Weitere Informationen: www.vbsp.de



